
Name:
Christian Zwettler
Geboren:
Köln-Kalk
Gelebt:
Köln/Bonn/St.Augustin, Hamburg, Oslo, Kopenhagen, Wien, Berlin, Köln/Bonn/St.Augustin
Gewesen:
In der ganzen Welt. You Name It - I Did It!
Aus einem Interview mit einem Propaganda Blatt über Strictly Underground-Kultur.
Hallo erzähl mal wer du bist?
CZ: Ich dachte das wäre ein Interview keine Therapiestunde. Christian Zwettler, Galerist und Experte in Sticker Art.
Wie suchst du dir die Künstler*innen aus die du verkaufst?
CZ: Das muss einfach passen. Weisst du für mich hängt großartige grafische und kreative Kommunikation, vom Verständnis und der Anpassung an die Kultur ab, davon die Kultur zu antizipieren, kulturelle Änderungen zu kritisieren, und dabei zu helfen, die Kultur zu verändern. Jede Künstlerin, die instinktiv weiß, in welche Richtung man gegen eine konservative, indoktrinierte Gesellschaft vorgehen muss, die sich Trends widersetzen und den Zeitgeist versteht, hat die Leidenschaft und das Zeug zu einer kulturellen Provokateuren. Dann ist deine Aufgabe, nicht zu betäuben, sondern wachzurütteln, zu stören, zu kommunizieren, aufzuwiegeln und zu provozieren. Bettie Bee macht das eindrucksvoll vor! Die konservativen, indoktrinierten Kunstkritiker loben Bettie Bee Stickers als Sachbeschädigung oder Straftat und ihre Gesinnung als Gegenteil von allem, was schön und gut und wahr ist. Geschmäcker sind verschieden und solange es das Gegenteil ist von dem was konservative indoktrinierten Kunstkritiker als schön und gut und wahr sehen ist es doch ein Kompliment! Das Verkaufen von Kunst macht mir Spaß, die Künstler sind spannend, die Kunden sind meistens Weltklasse und Kultur im allgemeinen interessiert mich so das ist mein Leben.
Wie bist du dazu gekommen Kunst zu verkaufen?
CZ: Wenn du nicht so enden willst wie der Kunde, der von einer Galerie, Ende der 1990er-Jahre ein Banksy Stencil: „Ratte“, für 1000 Pfund angeboten bekam. Die Galerie bot ihm sogar an das Kunstwerk mit nach Hause zunehmen, eine Woche aufzuhängen und wenn es dann immer noch nicht überzeugte es wieder zurück zu bringen. Was auch nach einer Woche geschah, es war dem Kunden zu komisch eine Ratte im Haus zu haben! Im Jahr 2015 wird das Werk für 670.000 Euro verkauft. Damm wieder einer mehr der von Altersarmut betroffen ist. Die Moral von der Geschichte: Wenn ein Pechvogel sich im Bett zu Tode fickt, soll das heißen, dass alle anderen schuldbewusst das ficken einzustellen haben? Nein! So bin ich dazu gekommen Kunst zu verkaufen. Solltest du dich fragen Warum? Ich bin der Typ der Banksy Ende der 1990er nicht gekauft hat und seitdem muss ich was gegen die Altersarmut tun. Ist eine Win-Win für uns beide. Ich brauch das Geld und du mein Wissen damit du meinen Fehler nicht wiederholst.
Welches Wissen denn?
CZ: Es kann schwierig sein, sich auf dem Kunstmarkt zurechtzufinden. Es kann schwierig sein, die richtigen Künstler zu finden, in die man investieren kann, und zu bestimmen, welche Kunstdrucke wertvoll sind und welche nicht. Kunst kauft man, weil es gefällt oder/und weil man Geld damit verdienen will. Sicher Kunst wirft keine regelmäßigen Erträge ab, wie Zinsen oder Dividenden, wie das bei Aktien oder Fonds der Fall ist. Der Investor setzt ähnlich wie beim Gold, rein auf den Wertzuwachs. Andererseits bedeutet der Kauf eines Kunstwerkes aber mehr als eine reine Geldanlage. Man erwirbt Bildung, Entertainment und Lifestyle. Deshalb würde ich auch keinem Normalverdiener abraten ein Kunstwerk zu kaufen. Wer sich ein Möbelstück für 3000 Euro leistet kann für das selbe Geld ein Kunstwerk kaufen. Der Vorteil: Das Sofa für 3000 Euro ist in ein paar Jahren nur noch 500 Euro wert. Beim Kunstwerk für 3000 Euro kann es in ein paar Jahren 30.000 Euro wert sein. So ist Kunst heute mehr eine Anlageklasse und wird als Investment vermarktet. Das Spektrum reicht vom klassischen Finanzprodukt für eine Wertsicherung bis hin zur No Risk No Fun, spekulativen Kapitalanlage. Während zum mehr konservativen Segment Alte Meister und die Klassische Moderne zählen, gelten bekannte Zeitgenössische Künstlerinnen als wachstumsorientiertes Investment. Das läuft eigentlich ganz einfach ab. Ein Kunstwerk einer bekannten Zeitgenössische Künstlerinnen wird heute für 1000, 3000 oder 10.000 Euro verkauft, steigt im Laufe der Jahre auf 20.000, 50.000 vielleicht sogar auf 500.000 Euro oder mehr und alle Investoren, Art Lovers und Moneymaker verdienen mit. Zeitgenössische Künstlerinnen, wie Bettie Bee deren Kunst heute noch erschwinglich ist, demnächst aber wohl kaum noch bezahlbar, sind da interessante Anlageobjekte. Denn mit ihren Objekten sind für Spekulanten keine Grenzen gesetzt.
Echt jetzt?
CZ: Was du glaubst mir nicht? "Der Mann mit der Pfeife", von Pablo Picasso, gekauft 1950 für 50.000 $, und 54 Jahre später für 124 Millionen $ verkauft! „Die Irisblume“ von van Gogh, 1948 für 84.000 $ gekauft und 1987 für 54 Millionen $ verkauft. „Betty“ (Auflage 30) von Gerhart Richter kostete 1991 7000 Pfund, 2010 erzielte das Blatt bei Sotheby´s 283.000 Euro. "Brushstroke" von Roy Lichtenstein mit einer Auflage von 100 Stück war beim Erscheinen für wenige hundert DM zu haben, heutiger Preis 8000 Euro! SaMO Graffittis waren Anfang der 1980er in New York umsonst, wenn man sich die Mühe machte sie von den Wänden zu lösen. Heute kriegst du dafür locker 50.000 Euro und mehr. Investitionen die sich lohnen. Ja jetzt glaubst du mir. Also tue was an deiner Einstellung wenn du auch mal in dein Eigenheim, Rente, Urlaub… investieren möchtest. Dann gibt es schonmal einen Flaschensammler weniger auf der Welt.
Danke für das Gespräch!