STREET & POP ART

Sie wissen es nicht. Aber sie tun es. Kunst war schon immer politisch – ein Spiegel der Gesellschaft. Doch im Gegensatz zu früher, engagieren sich Künstler immer öfter ganz konkret. Aber Kunst ist nicht ein Spiegel, den man der Wirklichkeit vorhält, sondern ein Hammer, mit dem man sie gestaltet. Brechts These war, dass Kunst nicht die Realität widerspiegelt, sondern sie mit gestaltet, indem sie Ideen vom Künstler an das Publikum vermittelt – Ideen, die dazu bestimmt sind, das Publikum zu trösten / herauszufordern / abzustumpfen / zu provozieren / zu beunruhigen / und dadurch die Entscheidungen und Handlungen zu beeinflussen, die es in Zukunft trifft.

Kunst ist voller unbeabsichtigter Folgen, und typischerweise hat die Popkultur einen viel größeren Einfluss als die Hochkultur. Ein gutes Beispiel:  Wer hat mehr dazu beigetragen, die Empörung gegen den Faschismus zu kanalisieren, Pablo Picasso mit Guernica oder Jack Kirby & Joe Simon mit Captain America? Wer hat mehr dazu beigetragen, die 1968 Bewegung zu einer freiheitsliebend, abenteuerlustig und voller neuer Ideen Generation zu machen, Salvador Dali mit Der Neid oder Mary Quant mit dem Minirock? Wer hat mehr dazu beigetragen, im hier und jetzt den an die Tür klopfenden Faschismus zu zeigen, Gerhard Richter mit der Ausstellung Verborgene Schätze im Kunstpalast Düsseldorf oder Bettie Bee mit der Klo Aktion Scheiß drauf im Bundestag Berlin? Nehmen Sie sich alle Zeit, die Sie für die Beantwortung dieser Frage benötigen.